So prüfen Sie, ob eine Bank ordnungsgemäß lizenziert ist
Jede in der EU, im EWR oder im Vereinigten Königreich tätige Bank muss in einem öffentlichen Register geführt werden. So verifizieren Sie eine Bankerlaubnis in wenigen Minuten selbst — inklusive konkreter Register, was die Einträge bedeuten und welche Warnzeichen auf Betrug hindeuten.
Warum die Lizenz zählt
Eine Banklizenz ist die rechtliche Erlaubnis, Einlagen vom Publikum entgegenzunehmen. In der EU wird sie von der EZB (für bedeutende Institute) oder in ihrem Auftrag von der nationalen zuständigen Behörde erteilt. Ohne diese Lizenz darf ein Unternehmen keine Kundeneinlagen halten, und die Kunden sind nicht durch die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 € gemäß der Einlagensicherungsrichtlinie geschützt.
Die Lizenzart legt auch fest, was das Institut tun darf. Ein Kreditinstitut darf Einlagen annehmen und Kredite vergeben. Ein E-Geld-Institut (EMI) darf E-Geld ausgeben und Kundengelder auf getrennten Konten sichern, aber nicht verleihen. Ein Zahlungsinstitut (PI) darf Zahlungen ausführen. Diese Unterscheidung ist die Quelle vieler Missverständnisse rund um Neobanken.
Die drei Register, die Sie prüfen sollten
Beginnen Sie mit dem EBA-Register der Kreditinstitute. Es ist das paneuropäische Verzeichnis aller zugelassenen Kreditinstitute in EU und EWR, wird von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde geführt und aus nationalen Datenquellen aktualisiert. Fehlt eine angeblich in der EU zugelassene Bank dort, ist das ein rotes Warnsignal.
Prüfen Sie anschließend die 'List of supervised entities' der EZB. Die EZB beaufsichtigt im Rahmen des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus rund 110 bedeutende Institute in der Bankenunion direkt. Die Liste wird monatlich veröffentlicht und trennt bedeutende von weniger bedeutenden Instituten.
Prüfen Sie zuletzt das Register der nationalen Aufsichtsbehörde im Herkunftsland: BaFin in Deutschland, ACPR/Regafi in Frankreich, Banca d'Italia in Italien, Banco de España in Spanien, MFSA in Malta, Central Bank of Ireland, DNB in den Niederlanden. Für das Vereinigte Königreich das FCA Financial Services Register — dort ist jede britische Bank, jedes EMI und jedes PI mit FRN geführt.
So lesen Sie einen Eintrag — und Warnzeichen
Ein Registereintrag zeigt den rechtlichen Firmennamen (meist länger als die Marke), die Lizenzart, den Zulassungsstatus ('zugelassen', 'in Liquidation', 'passportiert'), die zuständige Behörde und das Datum der Zulassung. Öffnen Sie ein Konto über eine Marketingseite, gleichen Sie jedes dieser Felder mit den Angaben ab.
Klassischer Betrug ist die Clone Firm: Betrüger kopieren Name und Website einer echten lizenzierten Bank, ändern einen Buchstaben in der Domain und leiten Einzahlungen auf ein anderes Konto um. Die BaFin, die FCA und mehrere EU-Aufseher veröffentlichen Warnlisten — suchen Sie den Banknamen dort, bevor Sie überweisen.
Weitere Warnzeichen: fehlender Firmenname auf der Website, keine Adresse des Hauptsitzes, 'garantierte' Renditen über dem Marktzins, Zeitdruck sowie Anweisungen, Geld auf ein Privatkonto oder Krypto-Wallet 'aus Compliance-Gründen' zu senden. Eine lizenzierte Bank fordert das nie.
Checkliste in fünf Schritten
1. Notieren Sie den exakten Firmennamen und das Sitzland von der Bank-Website (nicht den Markennamen).
2. Suchen Sie im EBA-Register — der Eintrag muss dem Firmennamen entsprechen.
3. Bei Großbanken auch auf der EZB-Liste der beaufsichtigten Institute prüfen.
4. Register der nationalen Aufsicht (BaFin, ACPR, Bank of Italy, FCA …) öffnen und Lizenzart, Status und Adresse verifizieren.
5. Auf der Liste der nationalen Einlagensicherung nachschauen — fehlt die Bank dort, sind die Einlagen nicht geschützt.
Frequently asked questions
- Dann ist sie entweder kein zugelassenes EU-Kreditinstitut oder sie hält eine andere Lizenz (EMI, PI). Fragen Sie schriftlich nach Lizenzart und Aufsichtsbehörde und prüfen Sie dort direkt.
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